Die Altersstruktur unserer Gesellschaft wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erheblich verändern. Wachsender Wohlstand und medizinischer Fortschritt sorgen für ein beständiges Anwachsen der Gruppe der älteren Mitbürger. Die hierdurch verursachte Veränderung der Alterspyramide zeigt schon heute Auswirkungen in fast allen Bereichen politischen Handelns. Insbesondere wird sich in Zukunft immer dringender die Frage stellen, wie bei einer relativ kleiner werdende Gruppe von Erwerbstätigen ein würdiger Lebensabend für die immer zahlreicheren Seniorinnen und Senioren finanzierbar bleiben kann. Im Mittelpunkt der Lösung des Problems des demographischen Wandels muss stets das Ziel der Generationengerechtigkeit stehen. So muss die Politik tragfähige Konzepte entwickeln wie das Zusammenspiel der Generationen auch unter den veränderten Rahmenbedingungen funktionieren kann. Einerseits muss dafür gesorgt werden, dass die ältere Generation bedarfsgerecht versorgt bzw. individuelle Lebensleistung wie bisher fair belohnt wird. Andererseits gilt es, den jüngeren Generationen nicht zu viel aufzubürden und unseren Kindern Schuldenberge zu ersparen. Mittelfristig wird sich diese politische Herkulesaufgabe nur mit innovativen und zukunftsweisenden Konzepten lösen lassen – umverteilungspolitische Maßnahmen werden dazu nicht mehr ausreichen. Die Idee des Solidarischen Bürgergeldes der Thüringer Landesregierung gibt hier eine erste Orientierung vor indem sie den Sozialstaat für die Altersstruktur der Zukunft fit zu machen versucht. Neben der Ausarbeitung und Verwirklichung dieser und anderer Konzepte muss allerdings schon heute damit begonnen werden, unsere vorhanden Ressourcen bewusster und schonender einzusetzen, die hierfür notwendige Infrastruktur zu schaffen und nicht zuletzt über die demographische Herausforderung aufzuklären. |