Endlich: Stahlbogenbrücke Dorndorf wird saniert (OTZ)

Der Traum vieler Dorndorf-Steudnitzer wird nun doch wahr – die Carl-Alexander-Brücke wird saniert.

Dorndorf-Steudnitz. Die Stimmung war etwas angespannt bei der Jahreshauptversammlung des Brückenvereins in der Alten Schule Dorndorf-Steudnitz am Donnerstagabend. Kein Wunder, stand doch auf der Tagesordnung nicht nur der Rechenschaftsbericht von Vereinschef Matthias Bornschein über die Aktivitäten des vergangenen Jahres, sondern auch der Punkt: Wie geht es weiter mit der Sanierung der Carl-Alexander-Brücke. Und damit sah es zuletzt nicht gerade rosig aus.

Seit 2006 haben die Vereinsmitglieder um den Erhalt der historischen Saalebrücke und deren Sanierung gekämpft. Groß war ihre Erleichterung, als nach zehn Jahren endlich alle Steine aus dem Weg geräumt schienen, das Land 1,2 Millionen Euro Fördermittel gab, die Stadt Dornburg-Camburg fast eine halbe Million Euro Eigenmittel in den Haushalt einstellte und das Spendenkonto des Vereins wuchs. Im Oktober 2017 sollte Baubeginn sein.

Riesengroß war deshalb die Enttäuschung, als die Angebote der Baufirmen fast 80 Prozent über den veranschlagten Baukosten lag und das für die Stadt als Bauherrin unbezahlbar war. Die Ausschreibung musste im Herbst vergangenen Jahres deshalb aus wirtschaftlichen Gründen aufgehoben werden.

Als dann auch die Angebote auf die zweite Ausschreibung im Februar 2018 in ähnlicher Höhe lagen, zweifelte so mancher Brückenfreund, ob das je noch etwas werden könnte mit der Sanierung der Bogenbrücke. 1890/92 wurde die Carl-Alexander-Brücke aus dem gleichen Stahl wie der Eifelturm gebaut, nicht etwa als Eisenbahnbrücke wie ähnliche Bauwerke damals, sondern als Fahr- und Fußgängerbrücke.

Nicht nur an der Brücke hatte der Zahn der Zeit genagt, auch am Enthusiasmus der Dorndorf-Steudnitzer. Manche jedoch – wie Vereinsvorsitzender Matthias Bornscheinund auch Bürgermeisterin Dorothea Storch – hatten nicht aufgeben wollen, sondern setzten alle Hebel in Bewegung, um Partner zu finden, die gemeinsam mit ihnen die Mehrkosten für die Brückensanierung von 1,5 Millionen Euro stemmen würden.

Eigenanteil nahezu verdoppelt

Einer derjenigen, auf dem große Hoffnungen lagen, war der Landtagsabgeordnete Mario Voigt, „unser Kämpfer in Erfurt“, wie Bornschein sagte. Und dass er Mario Voigtwie auch die Bürgermeisterin zur Versammlung eingeladen hatte, ließ manchen im Saal ahnen, dass vielleicht doch alles gut werden könnte.

Sie wurden nicht enttäuscht, denn die beiden Kommunalpolitiker hatten für die Brückenvereinsmitglieder gleich vier gute Nachrichten im Gepäck: Erstens hatte der Stadtrat von Dornburg-Camburg in seiner Sitzung zwei Tage zuvor ein eindeutiges Bekenntnis zur Carl-Alexander-Brücke abgegeben. „Fast einstimmig“ hatte der Stadtrat der Erhöhung des kommunalen Eigenanteils für das Projekt im Haushalt 2018 zugestimmt: von 465 000 Euro auf rund 900 000 Euro. Zweitens hatte die Kommunalaufsicht der Stadt diese gewaltige Mehrausgabe gestattet, weil sie trotzdem die dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommune gesichert sieht. Drittens hatte das Straßenbauamt Ostthüringen dem Vergabevorschlag der Dornburg-Camburger zugestimmt, so dass der Bauauftrag an die Firma Backer-Bau GmbH Hainichen ausgelöst werden konnte. Jene Firma hatte auch das Blaue Wunder von Dresden saniert. Und viertens ist das Land bereit, deutlich mehr als ursprünglich geplant, nämlich 75 Prozent der förderfähigen Kosten dieses Projektes zu übernehmen. Konkret heißt das, statt der bisher zugesagten 1,2 Millionen kommen vom Land Thüringen jetzt etwa 2,4 Millionen Euro Fördermittel. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, machte Mario Voigt deutlich.

Nach Ostern soll es endlich losgehen

„Das Gespräch mit dem Land hat nur funktioniert, weil die Stadt bereit war, ihren Anteil am Projekt zu verdoppeln, und weil ihr mit all euren Aktivitäten, eurem Engagement und einem echten Mannschaftsspiel für die Region den Verantwortlichen in Erfurt das Gefühl gegeben habt, dass dieses Brücke für Dornburg-Camburg extrem wichtig ist“, sagte er. Für ihn sei heute ein historischer Tag, weil es jetzt jemanden gibt, der die Carl-Alexander-Brücke bauen und sanieren wird“, sagte Voigt.

Noch in den freudigen Applaus hinein verkündete Matthias Bornschein: „Nach Ostern geht es wirklich los!“

Damit war der weiteren Diskussion über neue Vorhaben des Brückenvereins 2018 jede Menge Stoff gegeben.

Angelika Schimmel 17.03.18