Landtagswahl: Stephan Tiesler und Mario Voigt treten für die CDU an (OTZ)

Stephan Tiesler und Mario Voigt wollen für die Christdemokraten (CDU) in den neuen Thüringer Landtag als Abgeordnete einziehen

Obwohl erst 42 Jahre alt, kann man Mario Voigt, der für die Christdemokraten im Wahlkreis 36 antritt, getrost als CDU-Urgestein bezeichnen. Zweimal holte Voigt in seinem Wahlkreis das Direktmandat, er gilt als versierter Politiker, bestens verknüpft mit Erfurt oder Berlin.

Stephan Tiesler, der im Wahlkreis 35 gern die Nachfolge von Wolfgang Fiedler (CDU) antreten möchte, kann zwar nicht auf landespolitische Erfahrungen verweisen, dafür kennt sich der langjährige Bürgermeister von Hummelshain aber bestens mit den Problemen und der Suche nach Lösungen auf der kommunalen Ebene aus.

Beide CDU-Kandidaten, die sich stark in der Region verwurzelt sehen, haben aus ihrer Sicht gewichtige Argumente anzuführen, warum die Wähler am 27. Oktober ihnen ihre Stimme geben sollen. „Wir wollen als ein Team den Saale-Holzland-Kreis im Landtag vertreten und uns dort für unsere Region einsetzen“, sagt Mario Voigt. „Zuhören, Kümmern, Machen, das nehmen wir für uns in Anspruch.“

Man müsse zu den Leuten gehen, um die Probleme zu kennen, ergänzt Stephan Tiesler, der in den vergangenen Wochen mit nahezu allen Bürgermeistern in seinem Wahlkreis gesprochen hat und dem solche Themen wie der Autobahn-Lärmschutz in Hermsdorf ebenso vertraut sind wie Nachwuchssorgen in Vereinen oder finanzielle Schieflagen in Kommunen. „Gerade an der finanziellen Ausstattung der Kommunen hängt ja alles andere dran. Hier müssen die Weichen neu gestellt werden“, sagt Tiesler.

Auch Mario Voigt findet eine Neujustierung der kommunalen Finanzen dringend notwendig. „Die Bürger in Erfurt dürfen nicht besser gestellt werden als im Saale-Holzland“, verweist er auf die Benachteiligung des ländlichen Raumes durch die rot-rot-grüne Landesregierung. Die Fokussierung auf die größeren Städte sei falsch. Ersichtlich werde die Benachteiligung an einem konkreten Beispiel, sagt Tiesler. In Erfurt bekomme man pro Bürger 150 Euro für 100 Meter Straße, „bei uns sind es nur 100 Euro pro Bürger für einen Kilometer Straße.“

Mehr Geld für kleine Gemeinden, wohnortnahe Schulen und Kindergärten, Polizei in der Fläche, schnelles Internet, mehr Ärzte auf dem Land, bezahlbare Pflege, funktionierender ÖPNV und weniger Bürokratie für Mittelstand und Handwerk, so kann man kurz und knapp die wesentlichen Themen zusammenfassen, hinter denen beide CDU-Politiker stehen.

Wichtig sei, dass man Lösungen für Probleme finde, sagt Mario Voigt, der in seiner wenigen Freizeit Fußball kickt oder eine Partie Schach bei seinem Verein SV Blau-Weiß Bürgel spielt.

„Wir sind jung, vital und hoch motiviert“, nennt Stephan Tiesler Beweggründe, auf Landesebene Politik zu machen. Beide Kandidaten haben Kinder – Mario Voigt zwei Söhne, Stephan Tiesler einen Sohn – und sehen gerade die Bereiche Schulen und Kindergärten noch aus Elternaugen. Deswegen liegt den Kandidaten auch viel an einer Qualitätssteigerung, man brauche mehr Erzieher und Lehrer.

Dass man in Erfurt viel für die Region bewegen kann, daran lässt Mario Voigt keine Zweifel. Dass die Eisenberger Waldkliniken 40 Millionen Euro investieren konnten oder die Brücke in Dornburg mit Landesmitteln saniert werde, dies sei auch das Ergebnis unzähliger Gespräche und Vermittlungen, die er mit verschiedensten Institutionen und Entscheidungsträgern geführt habe.

Bitter enttäuscht ist Mario Voigt, dass die von ihm und Stefan Gruhner gemeinsam mit der CDU-Fraktion eingebrachte Änderung des Waldgesetzes, mit der man den Bau von Windkraftanlagen im Wald hätte verhindern können, im Landtag gescheitert ist, weil einige aus der AfD dagegen gewesen seien.

Ach ja, und da wäre ja noch Jena. „Das ist ein großes Thema“, sagt Tiesler. Grundsätzlich gehe die Zusammenarbeit zwischen der Lichtstadt und dem Saale-Holzland-Kreis in die richtige Richtung. „Aber bitte alles auf Augenhöhe“, ergänzt Voigt und mahnt an, dass wesentliche Bereiche wie Schulen, Kindergärten, Wohnen, Gewerbe und der ÖPNV gemeinschaftlich angegangen werden sollen.

Dass Stadt und Land schon immer eng miteinander verwoben sind, weiß Tiesler. Seit 18 Jahren betreibt der 41-Jährige Ahnenforschung, über 5000 Vorfahren hat er ausfindig machen können. Wenn der Wirtschaftsinformatiker Zeit hat, übersetzt er alte Kirchenbücher.

OTZ, Frank Kalla 02.10.2019