Schkölen: Im Turm muss man sich die Ohren zuhalten (OTZ)

Mario Voigt auf Besuch im Schkölener Glockenturm. Einen Teil des Geldes für die erneuerte Steuerung hat er losgeeist.

Schkölen. Erst einmal muss man sich die Ohren zuhalten. Wer denkt, dass Glocken auch mal etwas zu laut sein können, war noch nicht unmittelbar im Glockenturm. Dort lässt sich auch die von den Glocken erzeugte Schwingung spüren. Im Turm der Schkölener Barockkirche muss man zunächst viele steile Treppen hinaufsteigen, ehe man Glocken zu sehen bekommt.

Die werden seit Kurzem von einer neuen Steuerung angetrieben. „Das sind jetzt Linearmotoren. Der alten Kettenantrieb musste erneuert werden“, erläutert Pfarrer Jörg Bachmann und hält eine Fernbedienung in die Höhe. Hier kann er neben programmiertem Läuten manuell ins Klangprogramm eingreifen. „Aber mit der Hand muss hier schon lange niemand mehr läuten.“ Auf dem Turm beginnen die Motoren zu surren, die Glocken schwingen einige Male hin und her, ehe der erste Ton ertönt – zur Freude der Schkölener.

Ohne Läuten fehlte etwas

„Es war im Ort eine ganze Zeit still, als die Glocken nicht geläutet werden konnten“, so Bürgermeister Matthias Darnstädt. „Da hat etwas gefehlt.“

Für die etwa 10 000 Euro Kosten hat man das erste Mal beim Burgfest vor zwei Jahren gesammelt, erinnert sich Darnstädt. Mehr als 1000 Euro seien damals zusammengekommen. „Nun danken wir den Thüringer Lottospielern“, sagt der Landtagsabgeordnete Mario Voigt (CDU), der die Lottomittel aus dem Topf des Thüringer Justizministeriums nach Schkölen gelotst hat. Kirchen seien oft auch Teil des kulturellen Lebens in den Gemeinden des Kreises – mitunter gebe es gar keine anderen Räume, die für größere Veranstaltungen geeignet sind.Die Barockkirche selbst ist bereits zur Wendezeit saniert worden und in einem guten Zustand, offenbar weist die Orgel aber bereits einige Mängel auf. Die aber lassen sich mit Lottomitteln nicht korrigieren, da sind andere Beträge fällig.

Florian Girwert / 08.08.18

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